Equidenpass 2

Der Equidenpass ist ein Identitätsdokument für Pferde, Esel usw. welches zur Umsetzung der EU-Richtlinie 504-2008 eingeführt wurde. Der Equidenpass gilt für alle Tiere, die mit dem zoologischen Begriff "Equiden" bezeichnet werden.
Das Dokument “Pferdepass" oder “Equidenpass" hat eine ähnliche Bedeutung, wie für Menschen der Personalausweis oder für den PKW der Fahrzeugschein.

kein Eigentumsnachweis

Ein Eigentumsnachweis ist der Pferdepass jedoch nicht. Dass ein Pferd euer Eigentum ist, wird durch einen Kaufvertrag, eine Eigentumsurkunde oder dem Abstammungsnachweis nachgewiesen. Den Eigentumsnachweis bewahrt ihr am besten zu Hause auf. Bei Verkauf des Pferdes übergebt ihr den Eigentumsnachweis dem neuen Pferdebesitzer beziehungsweise -eigentümer.

Der Hintergrund des Equidenpasses ist eine EU-Richtlinie, die vorsieht, dass jeder Einhufer innerhalb der EU ein Papier benötigt, welches bei jedem Transport und bei der Schlachtung Auskunft über alle erfolgten medizinischen Behandlungen geben muss. Da innerhalb der EU das Pferd, der Esel usw. in erster Linie als Schlachttier gesehen wird, soll dadurch eine leichtere Kontrolle von Seuchen, aber auch ein Mindestmaß an Verbraucherschutz gewährleistet werden. Hierbei wurde besonderes

Augenmerk auf die medikamentöse Belastung von Schlachttieren gelegt. In Deutschland und Österreich ist es seit Einführung des Equidenpasses verboten, ein Pferd, Esel usw. zu schlachten, für das kein Equidenpass existiert.

Der Equidenpass

Der Equidenpass dient der Identifizierung der Tiere

- Möglichkeit zur Nutzungsdeklaration (z.B. "Zur Schlachtung bestimmt")

und Dokumentation von - Medikamentenanwendung, wenn die Pferde zur Schlachtung bestimmt sind

- Vereinfachung zur Identifikation eines Tieres durch die Behörden (z.B. das Wiederfinden bei Diebstahl)

- Integration des Impfpasses und Dokumentation des Gesundheitszustandes der Tiere

Der Equidenpass wird in Form eines mehrseitigen, gebundenen und gelochten Dokumentes ausgestellt, das zusätzlich zu den Informationen der Eigentumsurkunde folgende Daten enthält:

- Datum der nächsten Eindeckung der Mutterstute

- Nummer des DNA-Tests (wenn durchgeführt)

- Daten des Ersteigentümers

- Daten der nachfolgenden Eigentümer (wenn bei der Zuchtorganisation beantragt)

- Schematische Darstellung von Abzeichen und unveränderbaren Kennzeichen (z.B. Narben)

- Dokumentation der Impfungen

- Dokumentation von Prämierungen (wenn vorhanden)

- Hinweise des Veterinärs (Tierarzt)

Außerdem kann im Equidenpass festgelegt werden, dass das Tier „Nicht zur Schlachtung“ bestimmt ist. Für die Behandlung von nicht zur Schlachtung bestimmten Tieren (vor allem bei Sportpferden) können auch nicht speziell für Tiere zugelassene Medikamente verwendet werden. Änderungen an den Inhalten können kostenpflichtig über die ausstellende Organisation angefordert werden.

Dem Pferdebesitzer droht eine Strafe, wenn das Pferd keinen Equidenpass besitzt aber trotzdem transportiert wird. Im Grunde ist schon der Verkauf eines Pferdes ohne Equidenpass nicht zulässig, da damit in der Regel ebenfalls ein Transport in einen anderen Bestand verbunden ist.

Besteht die Pflicht

Besteht die Pflicht, den Equidenpass immer mitzuführen oder gibt es auch Ausnahmen?

Der Equidenpass muss den Einhufer ständig begleiten.

Ausnahmen für das Mitführen eines Equidenpasses gibt es lediglich in folgenden Fällen:

- wenn ein Einhufer im Stall oder auf der Weide gehalten wird und der Equidenpass unverzüglich vorgelegt werden kann.

- bei Fohlen, die noch bei dem Muttertier laufen,

- wenn im Rahmen eines Lehrgangs oder eines Wettkampfes der

Veranstaltungsort verlassen wird (beispielsweise bei einer Vielseitigkeit),

- in Notsituationen (z.B. wenn ein Einhufer wegen einer Kolik schnell in eine tierärztliche Klinik gebracht werden muss).

Interessante Links zum Thema

www.g-p-m.org/public/equidenpass.shtml

de.wikipedia.org/wiki/Equidenpass

www.pferdemedizin.com/equidenpass

www.bmelv.de/SharedDocs/FAQs/Landwirtschaft/Tier/Einhufer/18.html

www.vetion.de/focus/pages/FText2.cfm?focus_id=26&text_select=140&farbe=ts

Quellen

Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates vom 26. Juni 1990 zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Höchstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs Amtsblattverlautbarung Kennzeichnung und Registrierung von Pferden - der Equidenpass

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz