Anhänger - grünes oder schwarzes Nummernschild?

Pferdeanhänger - Steuern und Versicherung

Alles Wichtige

Gesetzliche Vorgaben

Grundsätzlich brauchen Anhänger jeder Art, laut Gesetz, mindestens eine Haftpflichtversicherung, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Bei Pferdeanhängern gibt es von dieser Regelung eine Ausnahme. Wird der Anhänger nur zu Sportzwecken eingesetzt, kann er über das ziehende Fahrzeug mitversichert werden.

Pferdeanhänger

  • benötigen zur Zulassung eine Versicherung
  • der Gesetzgeber schreibt mindestens eine Haftpflichtversicherung vor.

Ausnahme

Pferdeanhänger zu Sportzwecken

  • Versicherung über das ziehende Fahrzeug
  • Versicherungsschutz besteht nur wenn der Anhänger mit dem Zugfahrzeug verbunden ist
  • eine steuerbefreite Zulassung mit grünem Kennzeichen hat

Anhängerversicherung für Pferdeanhänger

  • bei allen KFZ Versicherung möglich
  • gesetzlich vorgeschrieben: mindestens die Haftpflichtversicherung
  • auf Wunsch gibt es auch Teil- oder Vollkaskoversicherungen.

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Grünes Kennzeichen zweckgebunden!

Allgemeines.

Wie komme ich an ein grünes Kennzeichen?

Der Gesetzgeber sagt laut §3 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe d und e Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV).

Anhänger für Sportgeräte, ..für Tiere für Sportzwecke und Anhänger-Arbeitsmaschinen,

Anhänger für Tiere für Sportzwecke (Anmerkung - Distanzritte, Turniere) und Anhänger für Sportgeräte, sowie Anhänger-Arbeitsmaschinen sind zulassungsfreie Fahrzeuge. Sie sind damit steuerbefreit und haben deswegen ein grünes Kennzeichen. Diese Anhänger müssen ein eigenes amtliches Kennzeichen führen und sind regelmäßig der Hauptuntersuchung (TÜV) zu unterziehen.

Der Haftpflicht-Versicherungsschutz dieser Fahrzeuge wird vom ziehenden Fahrzeug gedeckt (Versicherungsschutz besteht nur wenn der Anhänger am Fahrzeug angekoppelt ist.) Über eine Versicherung sollte man nachdenken, abgekoppelt zahlt ihr mit eurem eigenen Vermögen, zumal die Versicherungen für Anhänger so um die 50 Euro im Jahr kosten)

Wichtig:

Die Zulassungsfreiheit ist zum einen an die Fahrzeugart gebunden, die so in der Fahrzeugbeschreibung enthalten sein muss. (Das heißt - Es muss zwingend für Pferdeanhänger die zu Sportzwecken eingesetzt werden und trotzdem Steuerfrei sein sollen, in den Papieren stehen „Anhänger für Tiere für Sportzwecke“. Zum anderen dürfen diese Anhänger auch nur zum Transport von Sportgeräten bzw. zum Transport von Tieren für Sportzwecke – (also in unserem Fall von Pferden zu Distanzritten ,Trainingsritten, zum Tierarzt usw.) verwendet werden. Alle anderen Transporte sind nicht erlaubt, was zur Folge hätte, dass die Zulassungsfreiheit erlischt, und wenn sie euch damit packen kostet das mindestens 70 Euro und gibt einen Punkt in Flensburg. Wer das nicht will, sollte dann doch vielleicht gleich ein schwarzes Kennzeichen nehmen, dann seit ihr beim Transporten aller Art, rechtlich auf der sicheren Seite.

Wichtige Fahrzeugdokument

Als wichtigstes Fahrzeugdokument erhaltet ihr von Händler (oder vom Verkäufer eines Gebrauchtfahrzeuges) eine Betriebserlaubnis, die in den unterschiedlichsten Ausstattungsformen (z.B. in Größe und Farbe) vorliegen können. Auf Wunsch wird für diese Anhänger auch eine Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief) ausgegeben. Die Zulassungsfreiheit des Anhängers leidet darunter nicht.

Für zugelassene Anhänger gibt es zusätzlich einen (herkömmlichen) Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I. Ältere Fahrzeuge eine Bescheinigung über die Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens.

Zweckgebundene Zulassung mit grünem Kennzeichen

Der Anhänger darf nur zum entsprechenden Transport (Pferdetransport, Sportboote) eingesetzt werden. Die Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger beträgt 80 bzw. 100 km/h. Zulassung beachten.

Ordnungswidrigkeiten/ Straftaten

Wenn die Zulassungsbescheinigung nicht mitgeführt oder ausgehändigt wird liegt eine Owi (Ordnungswidrigkeit) vor, die mit 10 Euro ? verwarnt wird.

Mit dem Anhänger werden z. B. Möbel oder Stückgut oder Baumaterial transportiert. Da der Anhänger nicht zweckentsprechend eingesetzt wird, erlischt die Zulassungsbefreiung. Somit müsste der Anhänger nach § 3 (1) FZV zugelassen sein. Dies ist eine OWi, die mit einem Bußgeld von 70 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet wird.
Nachdem der Anhänger nunmehr zulassungspflichtig ist, unterliegt er der Steuerpflicht (§ 1 (1) Nr. 1 KraftStG) und Versicherungspflicht (§ 1 PflVG).
Diese Verstöße werden als Straftaten verfolgt.

Freiwillige Zulassung mit schwarzen Kennzeichen

Vorteil der freiwilligen Zulassung

Der Anhänger muss nicht wie zuvor beschrieben zweckgebunden verwendet werden. Mit diesem Anhänger dürfen alle Gegenstände und Waren transportiert werden.

Zulassungsfreie Anhänger können nach § 3 (3) FZV auf Antrag zugelassen werden. Dann wird der Anhänger nach § 3 (1) FZV nach dem sogenannten "schwarzen Zulassungsvefahren" (wie z.B. der Pkw) angemeldet und bekommt nach §§ 8, 10 FZV ein schwarzes Kennzeichen.

Was die Ausfertigung der Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 (§§ 11 und 12 FZV) anbelangt, solltet ihr euch bei der zuständigen Behörde erkundigen, da eine Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums zu beachten ist und deshalb unterschiedliche Stellen für die Ausstellung der Bescheinigung zuständig sind.

Nach § 11 (6) FZV ist die Zulassungsbescheinigung Teil 1 mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen.

Anhänger mit amtlichen Kennzeichen müssen nach § 29 StVZO zur Hauptuntersuchung (TÜV)

Nach § 1 PflVG unterliegt der Anhänger der Versicherungspflicht.

Zulassungspflichtige Anhänger sind nach § 1 KraftStG steuerpflichtig.


Fazit

Wollt ihr Steuern und Versicherung sparen und haltet euch an den Transportzweck, ist das grüne Kennzeichen von Vorteil. Wollt ihr den Anhänger universell einsetzen, müsst ihr den Anhänger freiwillig zulassen, die Steuer entrichten und das Fahrzeug versichern und habt ein schwarzes Kennzeichen.


Hadi Trab