Bandwürmer

Bandwürmer

Bandwürmer

Für eine wirksame Behandlung gegen einen der gefährlichsten Parasiten unserer Pferde – den Bandwurm . Im Sommer hat das gefährliche Biest Hochsaison und muss gerade jetzt mit effektiven Mitteln erfolgreich bekämpft werden.

Bandwürmer sind schon lange als Endoparasiten bekannt – bei Hunden, Katzen, Wildtieren und sogar beim Menschen. Erstaunlich ist, dass die Gefahr für Pferde lange Zeit unterschätzt wurde.

Dabei reichen die Folgen der Verwurmung von Leistungseinbuße, vermehrtem Futtervebrauch, unspezifischer Abmagerung, Verdauungsstörungen und schlechtem Fell bis hin zum Koliktod.

Das Hauptproblem bei Bandwürmern ist, dass zunächst gar keine Erkrankung festzustellen ist. ,, Man erkennt sie nicht an spezifischen Symptomen. Wenn ein Pferd trotz Entwurmung mit konventionellen Mitteln abmagert, liegt der Verdacht auf Bandwurmbefall nahe. Es ist auch gesichertes Wissen, dass dadurch vermehrt Koliken auftreten können", so Dr. C. Bingold von der tierärztlichen Klinik für Pferde in Großostheim.

Wie groß ist das Risiko wirklich?

Die Risiken durch den Befall mit Rund- und Spulwürmern sind bei Pferdehaltern mittlerweile bekannt. Der Befall durch Bandwürmer und deren Auswirkungen auf Pferde wird noch immer völlig unterschätzt und das kommt nicht von ungefähr. Denn die ausgeschiedenen Bandwurmglieder sind nur selten zu sehen. Das Gefährliche daran: Selbst in Kotproben kann man Bandwürmeier kaum nachweisen. Viele Pferde plagen sich daher mit einem unerkannten hohen Bandwurmbefall.

Die Verbreitung der Bandwürmer wurde in den letzten Jahren unter anderem von der Tierärztlichen Hochschule Hannover durch eine Studie bewiesen.

Das Ergebnis: Von 1127 Kotproben aus 54 Ställen waren 30 – 40% der Pferde mit Bandwürmern befallen. Hintergrundwissen aus der Biologie

Bandwürmer – wissenschaftlicher Name ,"Zestoden" – Gattung Plattwürmer (Würmer ohne Leibeshöhle) kommen ca. in 1600 Arten vor. Besonders Charakteristisch ist der Kopf mit Sauggruben oder Hakenkränzen, an den sich die bis zu 15 Meter lange Gliederkette aus mehreren Tausend (3000 – 4500) Gliedern anschließt. Beim Pferd werden drei Bandwurmarten unterschieden. Anoplocephala perfolitata, Anoplocephala magna und Paranoplocephala mamillana.

Die Bandwürmer werden durch die Moosmilbe als Zwischenwirt übertragen. Sie nimmt die über den Pferdekot von erwachsenen Würmern aus dem Darm ausgeschiedenen Bandwurm – Eier auf der Weide auf. In der Moosmilbe entwickelt sich ein ansteckungsfähiges Zwischenstadium. Dieses so genannte Zystizerkoid nimmt das Pferd beim Grasen auf. So ist der Kreislauf geschlossen. Moosmilben kommen auf fast allen Weiden vor und sind nicht zu bekämpfen. Auch im Heu ( z. B. Winterfütterung) bleiben sie gelegentlich erhalten.

Endlich eine gute Nachricht.

Es gibt wirksame Mittel.

Gegen Bandwürmer gibt es einen effektiven Wirkstoff: "Praziquantel", der derzeit in zwei Formen erhältlich ist: als Monopräparat und als Kombipräparat.

Das Kombipräparat "Equimax" enthält neben Praziquantel gegen die Bandwürmer auch Ivermectin gegen alle Rundwürmer und Magendasseln. Es hat eine höhere Wirkstoffkonzentration von 900mg und bekämpft als einziges Produkt alle drei Bandwurmarten.

Das Einzelpräparat ist als Wurmpaste ,, Droncit,, im Handel erhältlich mit nur 600mg Praziquantel und ist auch nur gegen einen Bandwurmtyp, nämlich Anoplocephala perfolitata wirksam.

Wann und wie oft muss gegen die Bandwürmer vorgegangen werden?

Möchte man das Problem an der Wurzel packen, so können regelmäßig Kotproben entnommen werden. Allerdings nützt es nichts nur einzelne Proben zu nehmen, weil die Bandwurmglieder nur sporadisch ausgeschieden werden. Man muss von dem ganzen Bestand über mehrere Tage Kotproben einsammeln. Selbst dann kann man nicht 100% sicher sein, dass derTierbestand Bandwurmfrei ist.

Wird speziell ein Bandwurmbefall nachgewiesen, reicht die Anwendung eines Monopräparates. Doch empfohlen wird immer ein Kombipräparat (z. B. Equimax), weil man im Sommer und im Spätherbst ohnehin gegen alle Parasiten entwurmen muss und so die Belastung für den Organismus zu vernachlässigen ist. Das Kombipräparat ist hervorragend verträglich. Bei der Dosierung muss der Pferdehalter besonders auf das Gewicht des Pferdes achten, da die meisten Wurmkuren nur auf maximal 600 Kg ausgelegt sind. Große Warmblüter können aber schwerer sein, so dass unbemerkt unterdosiert wird. Genau das kann dann zu Resistenzen führen. Auf gut deutsch, der Bandwurm wird nicht mehr von der Wurmkur getroffen.

Um diesen Resistenzen vorzubeugen müssen größere Pferde eine entsprechend größere Wurmpastenmenge erhalten! Eine ganz wichtige Sache noch, niemals ohne den Tierarzt eine Behandlung durchführen. Der Tierarzt hat das Wissen welches dieser Text nur andeuten kann.

Pferde sind nie ganz wurmfrei. Wer das glaubt, handelt gegen sein / seine Tier / Tiere. Also wie auch immer, erst den Tierarzt befragen. Der Autor übernimmt keine Haftung für Schäden, die aus Anwendungen, welche durch diesen Text herausgelesen werden könnten, entstehen.

Quellen: Tierärztliche Hochschule Hannover, Tierklink für Pferde Großostheim, Uni München, Uni Madrid, Trakener Hefte 7/2004, Rheinlands Reiter-Pferde, Uni Zürich.,