Doping

Was ist eigentlich Doping?

Doping ist die Anwendung körperfremder Substanzen bzw. ihrer Umwandlungsprodukte bei Mensch oder Tieren mit dem Ziel der Beeinflussung der natürlichen und aktuellen Leistungsfähigkeit bei sportlichen Wettkämpfen. Außer der Verabreichung chemischer Substanzen sind auch physikalische Mittel zur Leistungsbeeinflussung verboten.
Dopingformen

Es wird zwischen verschiedenen Formen des Dopins unterschieden. Worin Sie sich unterscheiden, können Sie hier nachlesen.

Doping auf Sieg

Beim Doping auf Sieg wird die natürliche Leistungsfähigkeit über das durch optimale Haltung und Training erreichbare Maß erhöht.

Der Leistungsbereich eines Pferdes wird in drei Kategorien eingeteilt:

- Normale Leistungsbereitschaft

- Trainingsreserven

- automom geschützter Bereich

Der autonom geschützte Leistungsbereich von 40 % bildet die Reserve für den Organismus. Dieser kann in lebensbedrohlichen Situationen kurzzeitig mobilisiert werden. Dabei fällt der Schutz des Kreislaufes und Bewegungsapparates vor Überbelastung weg. Wird die Leistungsgrenze eines Pferdes mit Hilfe von Dopingmitteln überschritten, kann dies zu seinem Tod führen.

Doping auf Niederlage

Beim Doping auf Niederlage werden Neuroleptika und Ataraktika angewandt. Bereits geringe Dosen eines Neuroleptikums können die Leistung eines Pferdes stark beeinflussen. Jedoch bleiben auch oftmals die unerwünschten, gut sichtbaren Nebenwirkungen wie Nickhaut- und Penisvorfall nicht aus. Ataraktika bewirken u.a. eine Depression des ZNS und eine Abnahme des Muskeltonus.

Durch die Anwendung von Neuroleptika und Ataraktika verlieren die Pferde auch ihren Fluchtreflex, welcher bei einem Rennen letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheidend mitwirken kann.

Als ein Beispiel für Doping auf Niederlage kann zum Beispiel das Ausschalten oder Abschwächen eines Konkurrenten genannt werden.

Doping zur...

Wiederherstellung der normalen Leistungsfähigkeit ist die medikamentöse Schmerzausschaltung zur Behebung von z.B. geringen, leistungseinschränkender Lahmheiten.

Oft verwendete, aber verbotene Substanzen zur Schmerzausschaltung sind:

Nichtsteroidale Antiphlogistika

Es handelt sich um Substanzen mit entzündungshemmender, analgetischerund antipyretischer Wirkung, wie u.a. Paracetamol, Metamizol, Salicylate (zentral analgetisch, gering entzündungshemmend), Phenylbutazon, Indometacin, Diclofenac, Flunixin (peripher entzündungshemmend)

Lokalanästhetika

Sie werden zur lokale Schmerzausschaltung z.B. bei Lahmheiten eingesetzt. Wird das Pferd dann im Sport eingesetzt, besteht die Gefahr der Verschlimmerung des Krankheitsprozesses.

Glucocortikoide

Sie werden aufgrund ihrer ausgeprägte antiinflammatorische, antiexsudativen, abschwellenden und konsekutiv analgetischen Wirkung eingesetzt. Es tritt aber nur eine rein symptomatische Besserung ein. Zusätzlich werden der Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel beeinflußt, so dass die Energiebereitstellung in Form von Glucose erhöht wird. Die Gabe von ACTH ist mit der Glucocortikoidgabe vergleichbar.

Dimethylsulfoxid (DMSO)

DMSO wird als Vehikel für Arzneimittel angewandt, wodurch deren perkutane Resorption erhöht wird. Selber besitzt es aber eine antiinflammatorische Wirkung und ist daher als eigenständige Dopingsubstanz zu bezeichnen.

Doping mit körpereigenen Substanzen

Blutdoping

Die FN verbietet das sogenannte Blutdoping. Die Menge an zirkulierenden roten Blutzellen bestimmt die Sauerstoffversorgung der Gewebe. Durch Zufuhr von Erythrozyten kann eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskulatur und somit ein verzögertes Auftreten des Ermüdungsgefühls erreicht werden.

Nachgewiesen wird das Blutdoping durch Auffinden von Antikoagulantien im Blut, die dem Erythrozytenkonzentrat während der Lagerung zugesetzt worden sind.

Elektrolyte

Zum Ausgleich der Schweißverluste dürfen die Pferde kochsalzhaltiges Wasser TRINKEN. Es ist jedoch untersagt, ihnen Elektrolyte mit Hilfe einer Injektion oder Infusion zuzuführen.

Hydrogencarbonate

Sie sind die Alkalireserven des Körpers und bewirken eine Pufferung. Dadurch wirken sie der Laktatazidose entgegen.

Vitamine und Glucose

Auch diese Stoffe dürfen nur über das Futter verabreicht werden.

Physikalisches Doping

Zum physikalischen Doping zählen:

- Neurektomie

- Tracheotomie

- elektrische Reize

- Eispackung

- Akupunktur

- Ultraschall

- UV-Strahlen

und - Anbringen von spitzen Gegenständen am Sattel, an Peitsche oder Reitstiefel.

Unabsichtliches Doping

Durch Unkenntnis des gesamten Wirkungsbereiches eines Arzneimittels werden Pferde oft gedopt, ohne das sich der Besitzer oder der zuständige Tierarzt darüber im Klaren sind. Dieses passiert oft beim Einsatz von Medikamenten wie:

- Antihistaminika

- Anthelminthika (Avermectine)

- ß-Blocker (Beta Blocker)

- Lokalanästhetika

- Kombinationspräparate (Depotpenicilline)

- Perkutane Resorption nach lokaler Applikation (Kampfer, DMSO, Heparin, Antiphlogistika)