Equines Sarkoid

Das Equines Sarkoid (ES) ist ein Hauttumor des Pferdes. Da dieser Tumor nicht zu Metastasen in die inneren Organe aber nach Operationen meist zum Rückfall neigt, wird er als Bösartig bezeichnet. Über 40% der Pferde haben diesen Virus in sich und dies ist unabhängig von Alter, Farbe, Rasse oder Geschlecht! Nicht bei jedem Pferd kommt es zum Ausbruch der Krankheit. Meist stellt dieser Hauttumor nur ein kosmetisches Problem dar, er kann aber bei ungünstiger Lage (Sattellage) auch zur Gebrauchsunfähigkeit des Pferdes führen. Der Tumor kann einzeln oder an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten.

Mittlerweile gilt als erwiesen, dass die Ursache des equinen Sarkoids das Bovine Papilomavirus (virale Erreger von Rinderwarzen) ist. Eintrittspforten sind kleinste Hautwunden. In den meisten Fällen wird BPV Typ 1 (BPV-1) gefunden, seltener auch BPV Typ 2 (BPV-2). Die DNA dieses Virus kann in bis zu 100% aller Tumore nachgewiesen werden. Außerdem können im Blut betroffener Equiden Teile des Virusgenoms nachgewiesen werden.

Durch den Nachweis eines „Sarkoid-Anfälligkeits Genes“, welches an das MHC Major Histocompatibility Complex-Allel gebunden ist, gilt u.a. eine genetische Prädisposition als erwiesen (Broström 1995) .

Wie entsteht ein equines Sarkoid?

Bovines Papilloma-Virus I und II, evt. bei Pferden mit Rinderkontakt, Eintrittspforten sind kleinste Hautwunden. Meist sind die Tiere zwischen 3 u. 10 Jahren alt, bei denen der Hauttumor festgestellt wird. Equine Sarkoide treten bevorzugt an dünn behäuteten und wenig behaarten Stellen auf, insbesondere an der Innenseite der Oberschenkel sowie an Gesicht, Augenlidern und Ohren.

Klinisches Bild

Klassifizierung der Typen kann unterschiedlich sein. Nach Reginald R. Pascoe und Derek C. Knottenbel lassen sich sechs Typen unterscheiden: >>>

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Typ 1: Das okkulte Sarkoid: (flach, versteckt, unter der Haut) Eine klar umgrenzte, haarlose Fläche mit grauer Oberfläche; die obere Hautschicht ist schuppig. Wenn es gereizt wird (z.B. Operation), kann es in verruköse (Typ 2), nodulare (Typ 3) oder fibroplastische (Typ 4) Zustände wechseln. Es kann wachsen, oder für Monate oder Jahre gleich groß bleiben. Sie neigen nicht zu Metastasen.

Typ 2: Das verruköse Sarkoid: Es erscheint als warzenartige Umfangsvermehrung mit Hyperkeratose. (in und auf der Haut) Sichtbare, flache Regionen, in denen sich die Hornschicht verdickt (Hyperkeratosis) und schuppen kann, es wird häufig mit Warzen verwechselt. Wächst langsam, aber kann nach Reizung oder Behandlung granulös werden und eine aggressivere Form annehmen.

Typ 2 entsteht nun wenn Typ 1 zum wachsen beginnt und sich über die Haut hebt, entweder als Warze oder großflächige Beule, ist in diesem Stadium aber noch geschlossen.

Typ 3: Das fibrobplastische Sarkoid: Es erscheint blumenkohlartig, mit ulzerierter Oberfläche und seröser Exsudation. Es kann auch gestielt sein. aufgebrochene, aktive Sarkoide (in und unter der Haut) Aggressiver in der Erscheinung und Entwicklung wie Typ 1 und Typ 2. Kleine Läsionen sind häufig geschwürartig und rot oder rosa. Sie können schnell wachsen oder auch statisch bleiben, mit Phasen, in denen es so aussieht als wenn es besser zu werden scheint. Sie sind gut durchblutet und neigen schnell zum Bluten. Der Typ 3 entsteht aus anderen Sarkoiden, die gereizt werden; oder nach einer Verletzung. Jeder Versuch, sie chirurgisch zu entfernen, wird gefolgt von vermehrten aggressivem Wachstum und einer tumorartigen Masse.

Typ 4: Das noduläre Sarkoid: (knotiges Sarkoid, Knubbel unter der Haut, vollständig unter der Haut ) Es sind dichte Knoten unter der Haut. Die Haut kann dort dünner und auch durchscheinend sein, sie ist aber meist normal. Die Knoten lassen sich ein wenig verschieben. Sie können durch die Haut brechen und verändert sich dann zur fibroplastischen Form (Typ 3). Es kommt meistens in Regionen vor, in denen die Haut dünn ist: Am Kopf, besonders den Lippen, den Augenlidern, und in der Genitalregion. Der Typ 4 ist generell gutartiger und besser chirurgisch behandelbar. über diesen Sarkoiden ist oft gesunde Haut, manchmal sogar mit Fell, die Knoten wachsen unter der Haut, brechen diese auf, hat man wieder Typ 3

Typ 5: Das gemischte Sarkoid: Es zeigt Erscheinungsbilder von verrukösem, nodulärem und fibroblastischem Sarkoid.

Große, breite gemischte Sarkoide, die aus Typ 1, Typ 2 oder Typ 4 entstanden sind und zu fibroplastischen (Typ 3) Formen geworden sein können.

Typ 6: Das malevolente Sarkoid: Es erscheint oft nach multiplem Trauma und kann die Lymphbahnen infiltrieren. Man sieht dann Knoten an deren Verlauf. Teilweise aggressives fibroplastisches Sarkoid. Häufig an Kopf oder Ellenbogenregion. Erzeugt viele Knoten und fibroplastische Gewächse.

Meist nach erfolglosen Operationen, wenn das operierte Sarkoid rasend schnell nachwächst und das blutig, offen ist, teilweise entstehen zum gleichen Zeitpunkt mehrere neue Sarkoide.

Behandlung

Bisher stehen zur Therapie des equinen Sarkoids zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die allerdings meist unzureichend effektiv sind. Das Spektrum umfasst operative Entfernungen (Kryochirurgie, Elektrochirurgie), chemotherapeutische Behandlung oder Impfung mit Bacillus Calmette-Guérin, einem Impfstoff gegen Tuberkulose. Eine Kombination dieser Therapieformen wird ebenfalls beschrieben.

Die beste Heilungsaussicht mit über 80–90% hat die Strahlentherapie, entweder als Tele- oder Brachytherapie. Letztere Therapieform ist seit 2009 auch in Deutschland verfügbar. Limitiert wird diese Therapieform durch die Kosten, so dass sie vor allem bei kleineren Läsionen und solchen, bei denen andere Verfahren versagen, eingesetzt wird

In den USA wird seit längerer Zeit das pflanzliche Präparat XXTERRA™ zur wirksamen Behandlung equiner Sarkoide kommerziell vertrieben und es wird von Erfolgsquoten von mehr als 95% berichtet (Larson Laboratories, Inc., Fort Collins, CO; http://www.vetlineequine.com).

WICHTIG

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Quellen: Wikipedia, Pferdewiki, Reginald R. Pascoe und Derek C. Knottenbelt: Manual of Equine Dermatology. Elsevier LTD Oxford 1996, O. Dietz, B. Huskamp: Handbuch Pferdepraxis. Band 2, vetion.de, pferdekutscher.de, Gespräche mit unserem TA.